Dirk Gion schrieb am 13.12.2024 - 09:10 Uhr
Ich bin zusammen mit meiner Frau im November 2024 mit Easy-Rider-Tours von Kathmandu nach Mustang gefahren. Es war der Hammer. Eine grandiose Tour durch dieses unfassbare Gebirge und ein Feuerwerk an Eindrücken, wie wir es noch nicht erlebt haben.
Wir fahren seit über 30 Jahren Motorrad und sind mit Gepäck auf dem Bike schon durch Afrika, Nordamerika, Australien, Südostasien und Europa gereist. Aber die Mustang-Tour zusammen mit Stephan und Urmila war etwas ganz Besonderes. Es fühlte sich vom ersten Moment an, wie Moped fahren mit Freunden und nicht wie eine geführte Tour gegen Bezahlung. Die Stimmung in unserer Gruppe war locker und vertraut und wir hatten viel zu lachen. Stephan achtet sehr auf Sicherheit und brieft die Fahrer vor jedem Abschnitt, läßt unterwegs aber jeden sein Ding machen. Er kennt sich extrem gut aus mit der Kultur, Politik, Geschichte, den Religionen und Menschen in Nepal. Deshalb ist es nicht nur eine sehr abenteuerliche Tour durch grandiose Landschaften gewesen, die uns fahrerisch viel abverlangt hat, sondern auch eine Art Studienreise. Wir hatten beim Besuch der zahlreichen Tempel und Kulturstätten mit Stephan immer unseren ganz persönlichen Reiseführer dabei. Stephan lebt seit über 20 Jahren in Nepal und seine Frau Urmila, die bei ihm als Sozia mitfährt, ist Nepali. Dadurch ist der Kontakt zu den Menschen, die man unterwegs trifft, immer sehr direkt. Wir haben oft an kleinsten Strassenküchen gehalten und die lokale Küche probiert, oder einfach nur einen Tee getrunken. Weil Stephan und Urmila die Menschen entlang der Route regelmäßig besuchen, ergaben sich sehr schnell interessante Gespräche. Wir fühlten uns überall willkommen.
Fahrerisch war Nepal für mich eine echte Herausforderung, insbesondere, mit meiner Frau als Sozia und dem Gepäck auf der Himalayan. In den Städten ist der Verkehr einfach nur crazy. Auf den Überland-Routen durch die Berge sind wir viel offroad gefahren. Auch die asphaltierten Strecken sind immer wieder durch Bauabschnitte unterbrochen gewesen, die sich genauso wie offroad anfühlen. Aber der Weg ist das Ziel. Es geht nicht um Geschwindigkeit und die Himalayans eignen sich für diese Art zu fahren extrem gut.
Oben auf den Bergen in fast 4000 Metern Höhe wird es nachts sehr kalt. Die Unterkünfte in Mustang sind teilweise nicht beheizt. Merino Unterwäsche und warme Jacken helfen. Tagsüber, wenn die Sonne scheint, wird es aber schnell wärmer und Mustang ist faszinierend, wenn man an Yak-Herden vorbeifährt und einen klaren Blick auf die Achttausender des Annapurna-Massivs hat. Ein paar Tage später waren wir dann auch schon wieder im Tiefland an der indischen Grenze und sind auf Motorradsafari rund um den Chitwan-Nationalpark gegangen. Ein Panzer-Nashorn haben wir dieses Mal zwar nicht gesehen, dafür aber Elefanten, Krokodile, Rotwild und jede Menge bunte Vögel. Das Besondere an Nepal ist, dass man innerhalb weniger Tage durch mehrere Klimazonen und total unterschiedliche Landschaften fährt. Alles liegt sehr nah beieinander.
Unser Fazit der Reise fällt eindeutig aus: wir fahren wieder mit Urmila und Stephan. Egal ob in Nepal, Bhutan, oder sonst wo auf der Welt. Die beiden machen einen Top-Job. Die Bikes sind top gewartet und wie gesagt: es fühlt sich an, wie eine Tour mit guten alten Freunden. Danke Urmila und Stephan für dieses unvergessliche Erlebnis und danke auch an unserer beiden anderen Mitfahrenden, Shubi und Priyam. Es war eine phantastische Tour!
Euro Nicolette und Dirk Gion